Jule Rombey: Als Miss Handwerk 2020 habe ich den Malermeister Sven Van Dyk aus Frankfurt (Oder) bei seiner Aktion „Schüler radeln für das Handwerk“ unterstützt. Hier war das alleinige Ziel, auf das Handwerk aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln – gemeinsam mit Schülern. Ich wollte gerne das Handwerk aktiv einbeziehen und so sind wir mit 105 9. Klässlern zum Westzipfel (Selfkant) gefahren und hatten dort verschiedene Challenges aufgebaut, an denen die Jugendlichen Spenden „erspielen“ konnten. Dieser Tag war ein so großer Erfolg, dass uns klar war: Diese Aktionstage sollen jährlich zum Weltkindertag stattfinden! Inzwischen sind wir ein festes Team und schaffen imposante Events, auf denen auch große Maschinen wie Bagger und Steiger dabei sind. Wir haben uns regional umgesehen, welche Organisation wir unterstützen möchten und haben unser Herz an die Kinder Chancen Tafel in Oberbruch verloren. Hier werden 10 Grundschüler betreut und gefördert, die aus ihrem familiären Umfeld keine Chance auf Bildung haben. So ist unser Slogan „#TeamHandwerkHilft – Gemeinsam für Bildung & Chancengleichheit“ entstanden. Für 2026 ist eine Sanierung eines ganzen Gebäudes geplant, damit im Anschluss 20 Kinder bis zum Start in das Berufsleben betreut werden können. Wir haben hier definitiv Großes vor.
A+A: Du hast auch Verbindungen zur Landwirtschaft, wie kommt das zustande und welche Sicherheitsaspekte siehst du hier im Vergleich zum Handwerk?
Jule Rombey: Stimmt, mein Partner betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb, und ich helfe regelmäßig mit, besonders bei der Kartoffelernte, am Sortierband, beim Grubbern oder auch mal auf dem Traktor auf unserem Gelände. Für mich ist das ein guter Ausgleich zur Werkstattarbeit: draußen in der Natur, nah an der Produktion unserer Lebensmittel. Gleichzeitig sehe ich dort auch, wie wichtig Sicherheit ist, egal ob beim Umgang mit Maschinen, bei langen Arbeitstagen oder beim Schutz vor Lärm und Staub. Das passt perfekt zu den Themen der A+A: Schutzkleidung und Ergonomie sind in der Landwirtschaft genauso zentral wie im Handwerk oder in der Industrie, nur wird darüber oft weniger gesprochen.
A+A: Wenn wir den Blick auf die A+A 2025 richten: Welche Rolle spielt für dich das Thema Innovationen bei Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und was wirst du thematisch begleiten?
Jule Rombey: Ich freue mich auf den intensiven Austausch mit anderen Branchenakteuren in Sachen Sicherheit, Ergonomie, Innovation und Nachhaltigkeit. Ich möchte zeigen, dass Handwerk auch digital und modern denkt und gleichzeitig sichtbar machen, wie stark soziale Verantwortung, Nachwuchsförderung und Verständnis für Arbeit in Landwirtschaft und Bau zusammenhängen. Ich bin gespannt auf die neuesten Entwicklungen bei PSA, die den Arbeitsalltag komfortabler und sicherer machen. Und ich nehme hoffentlich viele Impulse mit, die meine Community spannend findet.
A+A: Wenn junge Menschen heute ins Handwerk starten, welche Botschaft möchtest du ihnen mitgeben, gerade mit Blick auf Sicherheit und langfristige Perspektiven im Beruf?
Jule Rombey: Ich möchte zeigen, dass Handwerk eine echte Zukunftschance ist, kreativ, verantwortungsvoll und voller Möglichkeiten. Wer hier einsteigt, sollte von Anfang an wissen: Sicherheit und Gesundheit sind keine Nebensache, sondern die Grundlage, um lange Freude am Beruf zu haben. Wer gut auf sich achtet, kann seine Stärken besser einbringen und wirklich was bewegen.